Auf DIY-Plattformen, Blogs und Instagram macht sich seit einer ganzen Weile ein Trend breit: Möbel oder Deko mit Kreidefarben anmalen. Ursprünglich handelt es sich bei Kreidefarbe um eine Farbe auf Wasserbasis, die mit natürlichen Pigmenten versehen ist. Sie deckt sehr gut und besticht durch ihre pudrige, samtige Erscheinung. Da sie bei Holz nicht in die Poren eindringt, lässt sie sich einfach abschleifen – und ist somit gerade für eine Einrichtung im Shabby Chic bestens geeignet. Kreidefarben sind im Fachmarkt allerdings nicht so günstig. Wer normale Farben zu Hause hat, kann diese ganz einfach nutzen und daraus selber Kreidefarben in der Lieblingsfarbe machen. Wir erklären dir, wie es geht!
Um Kreidefarbe selber machen zu können, benötigst du eine vorhandene Grundfarbe:
Hierfür eignet sich zum Beispiel Abtön- oder Acrylfarben.
Im Netz existieren mittlerweile zahlreiche Anleitungen zum Anrühren von Kreidefarben mit Gips, Schlämmkreide oder Natron. Die Anwendung mit Schlämmkreide wird vor allem für Holzobjekte angepriesen, da sie eine feinere Oberfläche erzeugt. Gips oder Natron sollen sich eher für Deko-Objekte eignen.
Hinweis: Schlämmkreide ist Rohkreide in ihrer aufbereiteten Form. Sie ist auch unter der Bezeichnung Calciumcarbonat bekannt. Das Naturprodukt ist in Reformhäusern, Apotheken oder im Internet erhältlich und sehr günstig in der Anschaffung.
Kreidefarbe selber machen: Einfaches Rezept:
Das Mischverhältnis Farbe zu Schlämmkreide (alternativ Gips oder Natron) beträgt 2:1, das heißt auf zwei Teile Farbe kommen 1 Teil Schlämmkreide (oder Gips). Ergänzend muss noch etwas Wasser hinzugefügt werden. Manche Anleitungen sprechen sogar von einem zusätzlichen Teil Wasser, dann beträgt das Verhältnis Farbe : Schlämmkreide : Wasser = 2:1:1. Je nachdem, wie streichfähig deine Grundfarbe ist, solltest du die Wassermenge anpassen. Mache ein paar Probestriche, um die Streichfähigkeit zu testen.
Tipp: Das Verhältnis lässt sich gut mit einem alten Becher oder einem alten Einweckglas abmessen. Gib dafür in eine alte Schüssel beispielsweise zwei Becher Abtönfarbe, einen Becher Schlämmkreide und einen Becher Wasser und verrühre alles gut miteinander! Ist die Farbe etwas zu dickflüssig oder zu dünnflüssig geworden, füge jeweils etwas mehr Wasser oder Schlämmkreide hinzu. Um Klümpchen zu vermeiden, kann ein alter Schneebesen eingesetzt werden.
Achtung: Selbst angerührte Kreidefarbe ist nicht lange haltbar und trocknet selbst im verschlossenen Zustand nach circa 2 Wochen aus. Daher eignet sie sich eher für kleinere Objekte. So kannst du besser einschätzen, wie viel du brauchst und es bleibt keine Farbe übrig, die dann womöglich eintrocknet.
Der Stil setzt sich aus den Wörtern 'Shabby' (englisch für 'schäbig') und 'Chic' (englisch für 'schick, stilvoll') zusammen. Shabby Chic bedeutet, dass Objekte Gebrauchsspuren aufweisen und so den typischen nostalgischen Charme transportieren und trotzdem ihre stilvolle Wirkung entfalten. Die Möbel oder Gebrauchsgegenstände erscheinen im charismatischen Used-Look: Sie sind nicht perfekt, weisen ein paar Schrammen auf, aber erzählen dafür eine Geschichte. Ursprünglich handelt es sich um Flohmarktfunde oder Erbstücke, die aus der Zeit der Jahrhundertwende vom 19. ins 20. stammen. Sie sind klassisch elegant gehalten und stechen oft mit einzelnen Verzierungen ins Auge. Dazu ist die Farbwahl sehr dezent: Sanftes Cremeweiß, Beige, helles Grau oder Pastelltöne zum Beispiel.
Natürlich können Möbel oder Deko-Elemente im Shabby Chic neu gekauft werden … hier werden die Möbel extra so angefertigt, dass sie den typischen Shabby-Look transportieren. Ein Neukauf geht aber aufs Geld und ist eigentlich nicht im Sinne des Stils! Besonders nachhaltig und authentisch ist es dagegen, Deko-Gegenstände gebraucht zu erwerben und in dem Stil selber zu gestalten. Letzteres macht nicht nur Spaß, es spart auch noch enorm viel Geld und du kannst dein Stück ganz individuell nach deinen Wunschvorstellungen bearbeiten. Hierfür eignet sich Kreidefarbe besonders gut: Sie erzeugt den typisch matten Look, der hier und da die alte Oberflächenstruktur noch hindurchschimmern lässt und so besonders stilvoll, aber trotzdem etwas ‚shabby‘ wirkt. Probier es aus und streiche zum Beispiel einen alten Holzhocker oder ein Regal mit Kreidefarben an – das Ergebnis wird dich überzeugen!
Auf der Suche nach weiteren DIY-Anleitungen? Hier erfährst du, wie du Modelliermasse selber machen kannst, wie sich ein Foto auf Holz übertragen lässt und wie du Stoffreste verwerten kannst. Hier findest du außerdem noch schöne Anregungen, wie du mit Kreidestiften fürs Fenster Highlights schaffen kannst.
Verwendete Quellen: filizity.com, shabby-it-yourself.de, pinterest.com
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